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Ein Weihnachts-Impuls der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau

Foto: Johanna Mühlbauer (fotolia)

 

Wie?  Weihnachten und Geburtstag zusammen?

Weihnachten – für die meisten ist das ein Familienfest, an dem es Geschenke gibt, an dem man zusammenkommt, gemeinsam gut isst, feiert. – Und mehr: Das Fest rührt die Herzen an. Es erfüllt jeden mit der stillen Hoffnung, dass das Leben gut wird. Dazu passt auch die Weihnachtsgeschichte, die in der Bibel steht. Sie handelt von einem verletzlichen Baby, gerade erst geboren, noch runzelig und zerknautscht. Es liegt in einer Krippe, aus der sonst Tiere fressen. Jetzt haben die Tiere Platz gemacht für die erschöpfte Maria und den besorgten Josef. Sie sind in Bethlehem, allein und fern von ihrem Zuhause. Und sie hoffen, dass das Leben gut wird. Unter diesen Umständen wird Jesus Christus geboren.

Die Weihnachtsgeschichte in der Bibel ist beileibe nicht die einzige Geschichte über eine riskante Geburt unter ungünstigen Bedingungen. So etwas geschieht täglich, sogar stündlich auf der Welt. Was macht Jesu Geburt so wichtig, dass dieses Ereignis als Weihnachtsfest rund um den Globus gefeiert wird? Was ist an Jesu Geburt so besonders, dass die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau mit dieser Website und einem Brief an ihre 1,7 Millionen Mitglieder daran erinnert?

Hier geschieht etwas ganz Besonderes: Mit Jesus liegt in der Krippe ein normaler Mensch – und in ihm zugleich auch Gott. Jesus war ein Mensch wie jeder andere. Zugleich ist in ihm Gott selbst Mensch geworden. Daran glauben alle Christinnen und Christen. Gott ist für sie mehr als nur ein Grundprinzip des Lebens oder eine Kraft, die hinter allen Kräften steht. Gott ist der Allmächtige, der Ferne, der Schöpfer des Himmels und der Erde. Und gleichzeitig ist Gott ganz anders, ganz nah. Gott wird verletzlich und bringt sich in Gefahr, indem er in Jesus selbst Geschöpf, Mensch, Mitmensch und Erbarmer wird. Er hilft, tröstet und heilt. Damit gibt er Hoffnung auf ein ganz anderes Leben jenseits von Ungerechtigkeit und Unfrieden, Leiden und Tod.

Das ist es, was Christen an Weihnachten feiern – Jahr für Jahr, am Geburtstagsfest Jesu: Gott kommt den Menschen nahe, er ist sogar einer von ihnen geworden. Wenn das kein Grund zum Feiern ist!

Weihnachten hat, wie das persönliche Geburtstagsfest, einen festen Platz im Jahresverlauf. Doch keines von beiden gleicht den vorangegangen Festen. Denn das Leben schreitet voran. Wie auch der Lauf der Welt. Wir alle wissen es: Je mehr wir erlebt haben, desto weniger steht noch aus. Und die Frage wird drängender, was dann sein wird. Darauf gibt Weihnachten eine Antwort. Es schaut nicht nur auf die Geburt von Jesus und damit auf den Anfang des Lebens, sondern zugleich – mit großer Hoffnung! – auf dessen Ende. Denn erst vom Ende her betrachtet, versteht man, warum die Geburt Jesu Christi so wichtig ist.

Am Ende, das verspricht Jesus, wird er die Menschen vom Tod erlösen und ihnen ein neues Leben eröffnen. Das sind glänzende Aussichten, das ist ein Grund, sich zu freuen. Der Advent ermuntert: Erwartet noch etwas, vom Leben jetzt und auch noch an dessen Ende! Auch wenn der Vorrat an Lebensjahren zur Neige geht, eine andere Zukunft wächst heran! Und das ist nicht erst am Lebensende wichtig, sondern schon jetzt. Denn es hilft, erhobenen Hauptes zu leben, von der Gnade Gottes getragen. So zu leben fühlt sich an wie Weihnachten und Geburtstag zusammen.

von Stephan Krebs

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